Di.. Jan. 27th, 2026

Das ist Kira. Kira wurde etwa am 01. Juni 2018 auf Kreta geboren und ist vermutlich ein Kritikos-Lagonikos-Mix. Zumindest hoffen wir das, denn wir sind begeistert von dieser sehr seltenen, griechischen Hunderasse, die leider bis heute keine internationale Anerkennung durch die FCI genießt. Auf nationaler Ebene ist dies zumindest seit 2014 anders, was nicht verwunderlich ist – gilt der Kritikos Lagonikos doch als Nationalhund Kretas.

Was neben dem Windhund noch in ihr steckt, wissen wir nicht. Ihr robust wirkender Kopf und ihr breiter Kiefer lassen an einen Pitbull oder einen Staffordshire Terrier denken. Bei manchen Menschen mag dieser Gedanke Unwohlsein hervorrufen, doch wer unsere Kiri kennt, weiß, dass sie wohl einer der anhänglichsten, fröhlichsten und liebenswertesten Hunde ist, die man treffen kann.

Kiri, so wie wir sie oft nennen, reiste im April 2019 über den Tierschutzverein Südkreta e.V. nach Deutschland ein und war rund vier Wochen lang zu Gast bei einem Pflegepapa in Braunschweig, wo wir sie am 30. Mai 2019 abholten. Mit ihr zog das manifestierte Hundechaos bei uns ein. Ich dachte immer, unsere Penny sei ein aufgeweckter und agiler Junghund, aber Kiri toppte nicht nur alles, was wir bisher erlebt hatten, sondern leider auch alles, was wir uns bis dahin vorstellen konnten.

Sie benötigt mehrere Stunden Bewegung am Tag, nur um klarzukommen („müde“ haben wir noch nicht wirklich geschafft), sie benötigt mindestens so viele Stunden zusätzlich Beschäftigung. Sie konnte nach ihrem Einzug keine fünf Minuten allein bleiben, sie hatte keinen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus, jaulte die ganze Nacht vor Trennungsschmerz und Langeweile, obwohl ihr Körbchen nur wenige Meter neben unserem Bett stand. Sie war nicht stubenrein, konnte außer „Sitz!“ praktisch nichts vom kleinen Hunde-Einmaleins. Sie sprang alles und jeden an (vor Begeisterung, nicht vor Boshaftigkeit), sie kaute auf allem herum, machte alles kaputt. Sie war bzw. ist immer noch laut, penetrant, aufdringlich, neugierig, dickfellig, verfressen. Ihr Jagdtrieb ist immens ausgeprägt, was Spaziergänge bis heute nicht selten anstrengend macht. Penny hasste ihre neue Schwester in den ersten Monaten. Immerhin war es nun vorbei mit Pennys chilligem Prinzessinnendasein. Warum Kiri dennoch bleiben durfte, und zwar ohne Diskussion?

Weil wir uns für sie entschieden haben und uns nicht vor der Verantwortung, die wir damit übernommen haben, drücken wollten. Das allein ist schon Grund genug. Aber auch weil sie sehr liebenswert ist, unglaublich lustig, sehr, sehr schlau, sehr willig, alles zu lernen, was man als Familienhund halt so macht. Sie hatte noch keinen einzigen Tag, seit wir sie zum ersten Mal gesehen haben, schlechte Laune. Alles, was sie erlebt, ist super für sie. Ihre Begeisterungsfähigkeit und ihre Lebensfreude sind ansteckend und machen sie zu einer unverzichtbaren Bereicherung unseres Lebens.

Sie ist eine Hündin, die in allem, was sie macht, extrem ist. Sie ist extrem agil, extrem anhänglich, extrem neugierig und extrem interessiert. Dass all das sie auch extrem anstrengend macht, vergessen wir sehr schnell, wenn sie abends vor dem Fernseher Wange an Wange mit uns einschläft.

Ein paar Eindrücke aus den ersten Tagen mit ihr haben wir in einem separaten Beitrag zusammengestellt, auch den ersten Monaten, in denen wir Tag für Tag um die Vergesellschaftung der beiden Hündinnen gekämpft haben. Wir geben sie nie wieder her, da sind wir uns alle einig.

Von Christina