Di.. Jan. 27th, 2026

Das ist Penny. Und wenn wir ganz ehrlich sind, ist Penny die tatsächliche Chefin des Hauses. Penny wurde laut EU-Heimtierausweis am 10. Mai 2015 auf Kreta geboren und ist, wie wir heute wissen, eine griechische Bracke (Hellinikos Ichnilatis). Nie gehört? Wir vorher auch nicht.

Wahrscheinlich steckt noch eine andere Rasse mit drin. Für eine Bracke ist sie insgesamt mit ihren 48 cm und 17 kg ein bisschen zu zart gebaut. Aber der Charakter und ihre hauptsächlichen Wesenszüge lassen neben ihrer lohfarbenen Fellzeichnung und dem kleinen, weißen Abzeichen auf der Brust keinen Zweifel an der Bracke.

Sucht man griechische Bracken im Internet, findet man nicht übermäßig viele Informationen, da diese Rasse erst seit 1959 vom FCI als erste griechische Rasse anerkannt und selbst in Griechenland wohl nicht allzu häufig anzutreffen ist. Aber alles, was man über die griechische Bracke liest, können wir – manchmal leider – zu 100% bestätigen.

Zuerst zu Pennys guten Eigenschaften:

Sie ist sehr kontaktfreudig und sozial und verträgt sich in der Regel gut mit anderen Menschen und Hunden, auch wenn speziell unsere Penny lieber mit einzelnen Hunden spielt. Mehr als zwei Hunde machen ihr leider große Angst, die sie unberechenbar macht und einen Fluchtinstinkt in ihr auslöst.

Sie kann sehr anhänglich sein (wenn sie möchte), und sie ist hochintelligent und bewegungsfreudig. Das bedeutet, sie braucht ein hohes Maß an Auslastung auf verschiedenen Ebenen. Sie liebt große Spaziergänge im Wald, sie lernt sehr gerne Tricks und bietet uns hier tatsächlich auch ihrerseits viel an, wenn uns die Ideen ausgehen. Sie braucht Kontakt zu anderen Hunden, was uns darin bestärkte, uns im Mai 2019 mit Kira noch einen weiteren, griechischen Hund anzuschaffen. Ihre aufgekratzte Weggefährtin sorgte dafür, dass aus der eher defensiven Penny eine Hündin wurde, der auch mal der Kragen platzen kann und die vehement ihr Recht einfordert, wenn sie das Gefühl hat, dass sie zu kurz kommt. Was uns zu ihren weniger guten Eigenschaften bringt:

Sie ist stur. Extrem stur. So stur, wie man sturer nicht sein kann. Rückruf? Jahrelanges Training mit allen erdenklichen Methoden und Tricks, und sie kommt trotzdem nur, wenn sie es gerade für richtig hält. Das ist unter anderem auch ihrem extrem ausgeprägten Jagdtrieb und ihrer Eigenständigkeit geschuldet. Sie braucht uns nicht und lässt uns das auch regelmäßig spüren. Das Abendessen verspätet sich? Kein Problem, Penny hat sich schon mit Haselnüssen aus dem Garten selbst versorgt. Man hat gerade keine Zeit für sie? Kein Problem. Sie geht in den Garten, bleibt dort, beobachtet die Nachbarn und die Nachbarskatze und ist sich selbst genug. Sie trifft eigene Entscheidungen und mit ein bisschen Glück lässt sie uns an ihrem Leben teilhaben. Dieser Charakterzug der griechischen Bracke sorgt dafür, dass gängige Erziehungsmethoden, wie man sie in normalen Hundeschulen lernt, nicht funktionieren. Ich habe in einem Forum zu griechischen Bracken, von denen es einige im Netz gibt (und die fast alle ein bisschen nach Selbsthilfegruppe klingen), einen sehr, sehr passenden Spruch gelesen, der sinngemäß lautete: „Bracken kann man nicht erziehen, man kann sich ihre Gunst nur erarbeiten“. Das lasse ich jetzt so stehen, denn nichts beschreibt unser Zusammenleben besser als das.

Alles in allem lieben wir sie aber genau deswegen. Sie ist herzlich, sie ist unsagbar niedlich, sie kann sehr charmant sein. Da wir Glück haben und sie uns mag, ist sie auch sehr anhänglich. Sie braucht feste Rituale im Leben, die wir ihr gerne ermöglichen, weil wir gerne mit ihr zusammen sind. Wir mögen sogar ein bisschen ihre Sturheit, auch wenn sie uns manchmal in den Wahnsinn treibt. Wir hoffen, dass wir noch sehr, sehr viel gemeinsame Zeit mit ihr haben, denn die schlimme und beängstigende Leishmaniose-Diagnose vom 13.02.2017 macht dies nicht selbstverständlich.

Penny ist unser zweiter Hund nach unser Dogge Murphy, der das absolute Gegenteil von ihr war. Ich gebe zu, wir waren in den ersten Monaten etwas überfordert mit dem flauschigen, sturen, niedlichen Wirbelwind, was wir versucht haben, in ein paar Kurzgeschichten zu beschreiben. Wer mag, kann sich ein bisschen in unsere ersten Erlebnisse einlesen: Unsere Story.

Von Christina